Eine Verbindung, die wächst

Die Schaufel wechselte zwischen den vielen Jugendlichen hin und her. Jeder durfte mal Erde in die Grube schaufeln und festtreten.
Bildrechte Andrea Pitsch (Hersbrucker Zeitung)

Pflanzaktion – Hersbrucker Konfirmanden der Stadt- und Johanneskirche legen bei ihren Erinnerungsbäumen Hand an.

Am Chotieschauer Weg ist immer viel los, Schüler hetzen zwischen Gymnasium und Schulzentrum hin und her. Doch zugleich strahlt das kleine Asphaltband durch die Pegnitzwiesen Ruhe aus, denn inzwischen rund 30 Bäume säumen den Weg. Kleine Schilder vor ihnen lenken den Blick auf sie - mit Konfirmationssprüchen.

Eine Stelle in der "schönen Allee", wie sie zweiter Bürgermeister Peter Uschalt beschreibt, ist leer: "Das zeigt, dass das Leben endlich ist", meint Diakon Jochen Tetzlaff. Er hat ein paar Meter weiter eine Horde junger Leute um sich geschart: Die Jugendlichen der Stadt- und Johanneskirche, die im Sommer konfirmieren werden, sollen jeweils ihren Erinnerungsbaum als "dauerhaftes Symbol" für die Konfirmation pflanzen.

Die Idee dazu hatte Pfarrer Jürgen Kleinlein 2009. Dieses "schöne, kleine öffentliche Zeichen von Glaube" brachte er aus seiner Zeit in der Rhön mit. Dass die Bäume gerade hier am Chotieschauer Weg stehen, empfinde er als besonders: "Weil viele vorbeikommen." So würden nicht nur die Konfirmanden, sondern auch andere die Bäume wachsen und gedeihen sehen, schloss sich Uschalt Kleinleins Meinung an. Und die Jugendlichen könnten später bei einem Spaziergang mal sagen: "Das ist meiner!" Er wünscht sich, dass die Mädchen und Jungen Kirche und Stadt treu bleiben.

Durch die Konfirmation sei der Grundstein für Ersteres gelegt. Zumindest hat Kleinlein den Eindruck, dass das Fest hier wirklich gewünscht ist. Und zwar nicht nur, weil die Konfirmation selbstverständlich in der Familie ist, wie einige Jugendliche erzählen. Andere haben sich dadurch mehr mit Gott beschäftigt ("Ich wollte mehr über Religion wissen.") oder wollen ihre Bindung zu Gott nun selbst noch einmal bestätigen, verraten sie. Während sich die einen im Kindergottesdienst engagieren wollen, zieht andere eher die Konfi-Betreuung an.

Was allen gefallen hat, so der Tenor, war das Erlebnis in der Gemeinschaft: "Das war cool." Egal, ob Freizeit, Bibellesung oder Konfi-Castle, Zeit mit anderen und vor allem alten Freunden aus der Grundschulzeit zu verbringen, das kam bei den Konfis an. Und selbst das Anpacken beim Baumpflanzen stufen sie als "gute Aktion" ein, weil man damit der Umwelt helfe.

Was das mit den Einsetzungsworten zu tun haben soll, das lässt die Jugendlichen grübeln. Die fragt Tetzlaff nämlich an den beiden offenen Gruben ab, in die die Baumschule Geiger schon die Bäume gesetzt hat. Einer ist eine Nachpflanzung, weil Unbekannte den Vorgänger samt Pfählen geklaut haben. "Respektiert, was andere machen", mahnt Tetzlaff daher. Machen, das ist nun auch für die Jungen und Mädchen angesagt.

Mehr und weniger beherzt greifen sie zu den Schaufeln und füllen die Löcher mit Erde auf. Damit schaffen sie eine Verbindung zwischen Baum und Boden - so wie die Konfirmation die Verbindung zwischen ihnen, Jesus und der Gemeinde ist, klärt Tetzlaff seinen Vergleich noch auf.

ANDREA PITSCH

Copyright (c) 2023 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 01.04.2023