Neuer Jugendtreff unter Dach und Fach

Diakon Jochen Tetzlaff, Pfarrer Thomas Lichteneber, Bürgermeister Robert Ilg und Markus Allwang von der Rummelberger Diakonie (sitzend, von links) sowie Birgit Meister von der Stadtverwaltung, Anna Lemmes und Harry de Boor, Streetworker (stehend, von links), bei der Vertragsunterzeichnung.
Bildrechte: Stadt Hersbruck

Vertreter der Stadt, der Rummelsberger Diakonie und der Stadtkirchengemeinde trafen sich zur Vertragsunterzeichnung – Start des K_6 coronaabhängig

Drei Mitstreiter, zwei Vereinbarungen und ein Jugendtreff für Hersbruck. Das ist die Bilanz einer neuen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hersbruck, den Rummelsberger Diensten für junge Menschen und der Stadtkirchengemeinde (wir berichteten). Um das Ganze unter Dach und Fach zu bringen, trafen sich die Vertreter der Organisationen zur Vertragsunterzeichnung. Das teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit.

Das K_6 geht, sobald die Pandemie das in einer sicheren und guten Form zulässt, an den Start. Räumlich ist der Jugendtreff im Selnecker-Haus untergebracht.

Im Vertrag verpflichten sich die Rummelsberger, im Auftrag der Stadt Hersbruck einen offenen Jugendtreff in den Räumen der Stadtkirchengemeinde zu betreiben, heißt es in der Meldung. "Kirche, Diakonie und Kommune haben hier eine hervorragende gemeinsame Lösung für das Thema Jugend gefunden", freut sich Bürgermeister Robert Ilg. Seiner Meinung nach ist die Jugendsozialarbeit in Hersbruck damit ein großes Stück weitergekommen.

Der Jugendtreff K_6 ist ein kostenloses und offenes Angebot für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren. Es gibt Billard, Tischtennis, Kicker, eine Dartscheibe, verschiedene Spiele und einen Laptop. Lange Jahre war das Juz im Haus der Begegnung ein beliebter Jugendtreff. Verschiedene Bands haben sich dort gegründet, die weit über den Landkreis hinaus gestrahlt haben. Irgendwann hatte sich der Jugendtreff dann überlebt und die Stadt ging mit Streetworkern in die aufsuchende Jugendhilfe über. Allerdings kam in der letzten Zeit aus den Reihen des Stadtrates und vom Stadtjugendrat immer wieder der Wunsch nach einem Treffpunkt "im Herzen der Stadt" auf. Man wollte sich nicht in der Peripherie treffen. Mit einem Inklusiven Treff für alle wäre die Stadt diesem Wunsch gerne nachgekommen. Allerdings scheiterte dies in den vergangenen zwei Jahren schon an einer barrierefreien Räumlichkeit in der Stadtmitte. Für eine relativ schnell umsetzbare Lösung sorgte nun die Stadtkirchengemeinde. Diakon Jochen Tetzlaff hat dem neuen K_6 die Türen geöffnet. Für ihn sei Jugendarbeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Aus diesem Grund hat er sich auch mächtig ins Zeug gelegt, um das ehemalige Habakuk für seine weitere Aufgabe herzurichten.

Mit der Rummelsberger Diakonie habe die Stadt einen kompetenten Partner für die Betreuung über das Angebot der Streetworker hinaus gefunden. Anna Lemmes und Harry de Boor gehen von der Straße nun auch mit in den Jugendtreff. Damit sind zwei Mitarbeiter, die die Jugendlichen kennen, gleichzeitig aufsuchend und im Jugendtreff unterwegs.

Die beiden Streetworker stehen in den Startlöchern, möchten sie doch das Angebot, so schnell es die Pandemie erlaubt, auch beginnen. Schließlich seien die Jugendlichen durch die Corona-Einschränkungen verunsichert und isoliert und bräuchten den Treff mehr denn je. Eine Betreuung reiche über die Jugendlichen bis in die Familien hinein, die manchmal in sehr problematischen Situationen lebten.

Alle Beteiligten sehen die für erst einmal drei Jahre getroffene Vereinbarung als eine hervorragende "Gemeinschaftsproduktion". Geplant ist, dass das K_6 an zwei Nachmittagen in der Woche für vier Stunden öffnet. Montags von 16 Uhr bis 20 Uhr und donnerstags ist von 16 Uhr bis 18 Uhr zuerst für "Girls only" und von 18 Uhr bis 20 Uhr für alle offen.

Copyright (c) 2020 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 04.12.2020