Wertvoller Impuls für die Missionsarbeit – Partnerschaftsfest des Dekanats Hersbruck

2018-05-10_Partnerschaftsfest
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In der Stadtkirche fand ein Partnerschaftsfest mit Gemeinden aus Afrika und Indonesien statt — Länderpartnerschaft braucht „Zeit zum Wachsen“. Partnerschaften mit weit entfernten Ländern können nur funktionieren, wenn eine direkte Begegnung von Angesicht zu Angesicht möglich ist. Nach zehn Jahren wurde nun ein Fest von Hersbruck, Wantoat (Papua Neuguinea) und Pangani (Kenia) veranstaltet, das viel Anklang fand. Die Stadtkirche war dem Anlass entsprechend geschmückt,der Taufstein war mit Bilums (Netztaschen) und Masken aus Papua Neuguinea dekoriert, das Partnerschaftstuch war am Ambo aufgehängt.

Die Vorsitzende des Missionskreises Wantoat in Papua Neuguinea, Partnerdekanat zum Dekanat Hersbruck, Elfriede Deinzer, konnte zum Festgottesdienst in der Stadtkirche Hersbruck den Direktor von Mission Eine Welt aus Neuendettelsau, Hanns Hoerschelmann, und zwei Vertreter des fernen Landes in der vollen Kirche begrüßen: Pfarrer Kinim Siloi aus Papua Neuguinea, der für die Partnerarbeit der beiden Länder zuständig ist, und Pfarrer Penga Nimbo, der gegenwärtig als Austauschpfarrer in Dingolfing arbeitet, waren Ehrengäste.

Wie ein zartes Pflänzchen

Deinzer stellte fest, dass wirkliche Partnerschaft mit Gemeinden aus anderen Kontinenten und Kulturen wie ein zartes Pflänzchen sei: Siebrauche Zeit zum Wachsen, ferner Hingabe, Geduld, Gelassenheit, guten Dünger und Gottes Begleitung und Segen. Die Partnerschaft begann im Jahr 1975, seitdem habe man viel erlebt und gelernt. Viel Zeit, Engagement, Geduld und Gelassenheit sei investiert worden und mehrmals gab es Besuche von Delegationen im anderen Land. Ende Juli wird eine Jugenddelegation aus Wantoat nach Hersbruck kommen, um „face to face“ den Kontakt zu vertiefen. Den Gottesdienst eröffnete der „Choral total“ aus Schönberg unter Leitung von SieglindeMörtel.Er sang auch am Ende „Verleih uns Friedengnädiglich“undbekamviel Beifall, ebenso wie die Gruppe „Les Ambassadeurs pour Christe“ (Ansbach), die Lieder in verschiedenen Sprachen des Kongos sang.

Die Gottesdiensttexte wurden alle aus Papua Neuguinea übernommen, so das Sündenbekenntnis, der Psalm 23, das Glaubensbekenntnis und am Ende das Vater unser. Die Gemeinde sang ein Lied „Dispela De - Dies ist ein Tag“ abwechselnd in Pidgin, der Landessprache von Papua Neuguinea, und Deutsch.

Die Festpredigt hielt Pfarrer Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission Eine Welt, Neuendettelsau. Er deutete den Missionsbefehl im Matthäusevangelium anders als herkömmlich. Es gehe laut Evangelium um die Vermittlung einer Lebenseinstellung, einen Austausch zwischen Lehrer und Schülern, nicht vordergründig um die Taufe. Diese sei vielmehr ein Geschenk der Freiheit.

Durch den Gottesdienst führte Dekan Werner Thiessen. Er informierte, dass Elfriede Deinzer für ihr ehrenamtliches Engagement kürzlich von der Kirche geehrt wurde. Er dankte ihr für ihren Einsatz. Kinim Siloi überbachte Grußworte des neuen Bischofs Jack Urame und des stellvertretenden Bischofs Kedabing Lukas.

Jugendvertreter, die 2017 in Wantoat zum Austausch waren, berichteten Interessantes über das Land, über die Gastfreundschaft, über die Lebenseinstellung: Die Deutschen hätten die Uhr, die Niuginis die Zeit. Nach dem Gottesdienst boten die musikalischen Gruppen noch ein Platzkonzert vor der Kirche, das dankend angenommen wurde. Mittagessen und Kaffeetrinken gab es im Selneckerhaus, vorbereitet vom Missionskreis Wantoat. Hier hatten die beiden Partnerschaftsgruppen Wantoat und Pangani einen Verkaufsstand aufgebaut und auf einer Bilderwand gab es Eindrücke von dem fremden Land.

Stück zum Nachdenken

Das Marionettentheater Ottensoos „Dies und das am Faden“ unter Leitung von Verena Kessel zeigte das einfühlsame Stück „Die anderen wie Abfall“ und regte damit zum Nachdenken an. Der Erlös der Sammlung im Gottesdienst und der Erlös von Verkauf und Essen und Trinken geht in die Arbeit der Missionskreise.

Mit einer Schlussandacht am Nachmittag wurde das Partnerschaftsfest beendet. Pfarrer Penga Nimbo, Partnerschaftsbeauftragter aus Papua Neuguinea, predigte, Pfarrer Kinim Siloi sprach den Segen und der Chor „Cantiamo“ aus Happurg unter Leitung von Christine Steger umrahmte die Andacht musikalisch. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass die Begegnung von Angesicht zu Angesicht (face to face) ein wertvoller Impuls für die Missionsarbeit war und bleiben wird.

Der Hersbrucker Partnerschaftskreis hatte zum Partnerschaftsfest mit Gemeinden aus Papua Neuguinea und Pangani in die Stadtkirche Hersbruck eingeladen.

Copyright (c) 2018 Verlag Nürnberger Presse, Hersbrucker Zeitung, Ausgabe 17/05/2018