Zwei Chöre, eine Stimmgewalt

Die Sängervereinigungen aus Hersbruck und Reichenschwand verschmolzen zu einer Einheit.
Bildrechte: Marita Münster (Hersbrucker Zeitung)

Sängervereinigungen aus Hersbruck und Reichenschwand laden zur Waldlermesse und wirken wieder als Publikumsmagnet

Seit 1989 gehört die Aufführung der "Waldlermesse" oder der "Fränkischen Weihnacht" zum festen Bestandteil in der vorweihnachtlichen Zeit in Hersbruck. Dass sich die Aufführung nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, zeigte sich auch heuer wieder.

Bereits 20 Minuten nachdem sich die Türen der Stadtkirche geöffnet hatten, suchten die Besucher vergeblich nach freien Plätzen, aber die Ränge boten noch reichlich Ausweichmöglichkeit. Über den guten Zuspruch freute sich natürlich auch Hermann Hopfengärtner in seiner kurzen Begrüßungsrede. Der Prolog zur Waldlermesse kam von Leonid Slasten und Gerhard Liwanetz.

Mit dem "Kyrie" startete dann der musikalische Teil der Messe. Für die erklärenden und verbindenden Worte zwischen den musikalischen Beiträgen war Dekan Tobias Schäfer zuständig.

Die harmonischen und eingängigen Melodien, aber auch die gut verständlichen und berührenden Texte der Messe sorgten für eine andächtige Stille in den Zuhörerreihen. Der Männerchor, gebildet aus den Sängern der Sängervereinigungen Hersbruck und Reichenschwand, trug den Begriff "Vereinigung" ganz offensichtlich nicht ohne Grund in seinem Namen. Denn die beiden Chöre bildeten unter dem Dirigat von Christine Grießhammer tatsächlich eine sehr homogene Einheit. Da passte jeder Einsatz und die "erklärende" Dynamik fehlte auch nicht. Die verschiedenen Stimmungen in den Liedbeiträgen konnten die Zuhörer gut erkennen. Die Waldlermesse von Eugen Hubrich und Ferdinand Neumaier hat die Macht und Größe Gottes sowie die großartige Natur zum Thema. Authentisch und machtvoll brachten die Sänger das Gotteslob im "Gloria" oder einfühlsam die Heiligkeit des Abendmahls im "Sanktus" zum Ausdruck, um nur zwei Beispiele zu nennen. Nach dem gesungenen Amen führte Dekan Schäfer mit abschließenden Worten auf die bevorstehenden Weihnachtstage hin und segnete die Versammelten. Einige Augenblicke ehrfürchtiger Stille gab es noch, dann setzte kräftiger Applaus ein. Als Zugabe erklang noch einmal aus den Liturgieteilen das "Benediktus".

Ein herzlicher Dank von Hermann Hopfengärtner ging im Anschluss an Petra Helleken-Bielesch für die Einstudierung. Denn aus ihrer Musikschule wirkten Christina Lindner (Akkordeon), Iris Schwarm (Gitarre) und Sebastian Wild (Bass) mit. Sein Dank ging auch an Christine Grießhammer für die musikalische Leitung, an Dekan Tobias Schäfer für die tief gehenden Worte zwischen den Liturgieteilen und an Dekanatskantorin Heidi Brettschneider für die organisatorische Unterstützung. Dass die Kirchengemeinde die Stadtkirche zur Verfügung gestellt hatte, fand Hopfengärtner genauso dankenswert, wie auch den Baumschmuck der Gärtnerei Meer.

Eintritt wurde nicht erhoben, dafür erbat er eine Spende. Er erhoffte einen Überschuss, von dem sollten dann Ziegel zur Erhaltung der Spitalkirche erworben werden.

MARITA MÜNSTER