Glauben feiern – Herzschlagfestival mit Party und vielen Aktionen

Die "O'Bros" sowie einige andere Bands heizten den Jugendlichen im Festzelt ein.
Bildrechte: Michelle Ermer (Hersbrucker Zeitung)

Beim zweiten Herzschlagfestival in Hersbruck hat es viele Jugendliche auf das Gelände am Plärrer gezogen. Auf sie warteten unter dem Motto "#frei" Gottesdienste, Konzerte und Workshops im Bereich des christlichen Glaubens, organisiert von christlichen Jugendgruppen aus dem Nürnberger Land.

Während viele Pfarrer sonntags leere Kirchenbänke beklagen, scheint das Herzschlagfestival alles richtig gemacht zu haben. Schnell hatte sich das große Festzelt am Hersbrucker Plärrer gefüllt, als"Lito"am Freitagabend den ersten Gottesdienst mit dem Motto "frei_leben" eröffnete. Danach begrüßten die Moderatoren Paula und Jan die altersmäßig bunt gemischten Besucher. Sie baten Landrat Armin Kroder und Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg auf die Bühne und ließen sie mit einem der Musiker von "Lito" und Prediger Heinz Spindler Teams bilden. Es galt, pantomimisch dargestellte Begriffe der Besucher zu erraten.

Anschließend bedankten sie sich für die Organisation eines solch großen Events, allen voran bei Hersbrucks Diakon Jochen Tetzlaff, der mit seinem Team die Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte.

So werden "Zielgruppen und junge Menschen erreicht", freute sich Ilg. Kroder erinnerte sich an Erlebnisse aus seiner Jugend in Bobengrün, wo bis heute jährlich um Pfingsten eine große Tagung rund um christliche Themen stattfindet. Beide wurden unter anderemzuihremeigenenGlaubenund demMottoderFreiheit befragt.Wie gelingt das bei ihren vielen Aufgaben? Kroder: "Freiheit und Christentum haben viel miteinander zu tun." Ein Grundsatz für ihn. Ilg sah das ähnlich. "Man kann dem Glauben immer und zu jeder Zeit nachgehen." Heinz Spindler führte in seiner Predigt vor allem den Gedanken "wir sind befreit, er (Jesus) trug das Urteil" aus und appellierte an die Jugendlichen, eine prägende Generation zu sein und glücklich mit dem, was man im Leben habe. Außerdem gebe es keine Freiheit, ohne doch an etwas gebunden zu sein. Und wenn es nur die Vorstellung von Freiheit sei. Als Kind Gottes sei man frei,aber auch in der Lage,der Realität des Lebens in die Augen zu schauen.

Mit einem Abschlussgebet und einem weiteren Teil mit "Lito" endete der Gottesdienst, bot aber gleichzeitig einen Ausblick auf die weiteren Konzerte und Veranstaltungen.

Nach einer Umbaupause rappte "Benjamin Forgiven" aus Düsseldorf, dessen Album von seiner Beziehung zu Gott erzählt. Damit begeisterte er das nun vor allem jugendliche Publikum ebenso wie im Anschluss die "O'Bros", zwei Brüder mit Leidenschaft zum HipHop, den sie mit christlichen Texten verbinden. Ihre Pausenhofkonzerte am Paul-Pfinzing-Gymnasium und der Grete-Schickedanz-Mittelschule am Morgen hatten sicherlich auch ihren Teil zum gut besuchten und begeistert gefeierten Auftritt beigetragen.

Mitsingen und -springen war ihnen garantiert. Am Samstag eröffnete erneut ein Gottesdienst den Tag. Die Jugendlichen hatten zum Teil eine weiter entfernte Anreise hinter sich und daher im Selneckerhaus eine Übernachtungsmöglichkeit bekommen.

Den ganzen Tag über boten Workshops und Aktionen wie Handlettering, Besprayen der Bushaltestelle, Improtheater, aber auch Bull Riding, Bubble Soccer, eine Kletterwand oder Segway fahren und Street Dance auf dem angrenzenden Gelände ausreichend Möglichkeiten zur Beschäftigung und erhielten viel positive Resonanz von den Jugendlichen.In einem Zelt beschäftigten sich Jugendliche mit persönlicher Wahrnehmung und Konsum, eindrücklich dargestellt durch Beispieleaus Social Media und zerbrochenen Spiegeln mit Beschriftungen.

 

Einen Riesenspaß bot der Bubble-Soccer, bei dem in großen Gummihüllen Fußball gespielt wird.
Bildrechte: Michelle Ermer (Hersbrucker Zeitung)

 

Die großen Fragen

Abends ging es mit drei Konzerten weiter.Auf "Jonnes",der die kleinen Momente und großen Fragen des Lebens in deutschsprachigen Songs verarbeitet, folgte die "Lichtfabrik" mit Partyrock. Ihre Botschaft: Jesus in den Fokus zu stellen und sein Licht weiterzugeben. Jumprock bot zum Abschluss die Band "Normal ist anders" mit Songs, die mal nachdenklich waren, mal begeisterten und sogar die Handys zu Taschenlampen umfunktioniert leuchten ließen. Erneut rundete "Lito" den Abend ab.

Mit dem Abschlussgottesdienst am Sonntag endeten drei Tage Festival in Hersbruck, die bei bestem Wetter und inspirierenden Bands gelungener nicht hätten sein können und vielen jungen Christen einen anderen Blickwinkel oder Zugang zu Gott geben konnten.

MICHELLE ERMER

Copyright (c) 2019 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 04.06.2019