Kleinod Spitalkirche ist Sanierungsfall

Von außen eher unscheinbar, entfaltet die Spitalkirche ihre Schönheit erst beim Betreten. Am Karsamstag zeigt Horst Piesche bei einer Führung Besuchern alle Kostbarkeiten im Inneren.
Bildrechte Klaus Porta (Hersbrucker Zeitung)


2,1 Millionen Euro bis zum Jahr 2023 veranschlagt – Ausschuss erteilt Segen zu den Etats der vier Hersbrucker Stiftungen

Mit der Ziegelspende leisten inzwischen viele Bürger und Organisationen einen Beitrag zur Sanierung der Spitalkirche. Den Löwenanteil an den Kosten trägt aber die Elisabeth-Spital-Stiftung als Eigentümerin. Der für die Finanzen zuständige Hauptverwaltungsausschuss des Stadtrates hat allein heuer rund 700.000 Euro für das mehrere Jahre bis vermutlich 2023 dauernde 2,1 Millionen-Projekt genehmigt. Leichte Rätsel gab das Abstimmungsverhalten von Dorothea Müller Philipps Sohn auf.

Insgesamt verwaltet Hersbruck vier Stiftungen: neben der Sankt Elisabeth-Spital-Stiftung noch die Geschwister Liedelsche Stiftung, die Almosenstiftung und die Johann Andreas Schmidtsche Waisenhausstiftung. Teils wird kaum ein Ertrag erwirtschaftet (was auch an der Niedrigzinsphase liegt), teils ist der Zweck wie etwa die Unterstützung für ein Waisenhaus weggefallen. Immerhin sind alle vier Einrichtungen schuldenfrei und brauchen 2020 keine Kredite.

Die Elisabeth-Spital-Stiftung verfügt über größeren Grundbesitz. Dazu zählen neben dem altehrwürdigen Gotteshaus auch das Bürgerspital, das Emil-Held-Haus, Grundstücke im Stadtgebiet und Waldflächen. Als größere Investition müssen aktuell der Parkplatz und die Zufahrt am Emil-Held-Haus umgestaltet werden, was mit über 150.000 Euro veranschlagt ist.

Gotteshaus wird Baustelle

Der Hauptposten ist aber die Sanierung der Spitalkirche. Je nach Baufortschritt fallen in diesem Jahr 700.000 Euro an, nächstes Jahr weitere 600.000 Euro, dann mehr als 315.000 Euro und 2023 beim letzten Abschnitt rund 215.000 Euro. Die Rücklage von über 980.000 Euro davon ein Grundstock in Höhe von 630.000 Euro) soll erst in den späteren Phasen angegriffen werden.

Deshalb benötigt die Stiftung zu den laufenden Einnahmen aus Mieten, Pachten und Holzverkauf weitere Mittel. 245.000 Euro fließen heuer als Zuweisung vom Freistaat. Hersbruck fördert das Kleinod mit 200.000 Euro aus dem Haushalt. Dazu kommen noch Spenden von Bürgern, Firmen und Organisationen.

Außerdem soll die Elisabeth-Spital-Stiftung mehrere Grundstücke für insgesamt 550.000 Euro in der Hersbrucker Südstadt Richtung Ellenbach an die Stadt verkaufen. Dort kann dann das Baugebiet "Haid II" mit Wohnhäusern, Sozialwohnungen und eventuell einem Wohnprojekt der Lebenshilfe entstehen. Die Stadträte als Stiftungsräte billigten ohne Aussprache einstimmig dieses Vorgehen.

Einen Tagesordnungspunkt später votierte die Grünen-Vertreterin Dorothea Müller Philipps Sohn allerdings dagegen, dass Hersbruck diese Grundstücke auch kaufen soll. Im Klartext: Sie sagte "nein" als es um die Freigabe der entsprechenden Mittel für die Haid-II-Flächen in der Abstimmung um den städtischen Etat ging (wir berichteten). Sie drängt stattdessen auch beim sozialen Wohnungsbau auf verstärkte Nachverdichtung in der Altstadt.

Dies hätte aber unter dem Strich eine Unterdeckung bei der Spitalstiftung um 550.000 Euro für 2020 bedeutet. Der Beschluss des Stiftungsrates hat nur einen "empfehlenden" Charakter. Das endgültige "Ja" zu den Haushalten der Stiftungen erteilt der Gesamtstadtrat voraussichtlich in der Sitzung am 18. Februar im Stadthaus.

In Kürze werden die Baufahrzeuge anrollen, um mit der dringend erforderlichen Renovierung des Hersbrucker Kleinods Spitalkirche zu beginnen. Foto: J. Ruppert

Copyright (c) 2020 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 19/02/2020